Betrugsverdacht – was tun?

Betrugsversuche seitens Endkunden kommen sehr selten vor: Weit weniger als ein Prozent aller Transaktionen, die über Digistore24 durchführt worden sind, sind aus nachgewiesenem betrügerischen Vorsatz entstanden.
Demnach ist die Wahrscheinlichkeit auch äußerst gering, dass Du jemals Opfer eines Betrügers wirst. Solltest Du dennoch einen Betrug Dir gegenüber vermuten, erfährst Du in diesem Artikel, was Du tun kannst und wie Dich Digistore24 schützt.

Bitte melde alle Betrugsversuche!

Auch wenn sich weit weniger als 1% sich als Betrugsversuche herausstellen, prüfe Deine Vermutung auf einen Betrugsversuch bitte sorgfältig und melde den Fall ganz einfach über die „Betrug melden“-Funktion. Damit verhinderst Du weitere potenzielle Betrugsversuche und trägst dazu bei, dass unsere Plattform noch sicherer wird.

Was ist Betrug?

Unter Betrug versteht man im Kontext der Zahlungsabwicklung eine vorsätzliche Täuschung des Vertragpartners (also Digistore24) oder des Vendors, die in einem Geldverlust resultiert.

Betrugsfälle bei Digistore24 könnten zum Beispiel sein:

  • Ein Kunde gibt absichtlich falsche Zahlungsdaten an, die Abbuchung des Geldbetrages kann nicht erfolgen.
  • Ein Kunde führt vorsätzlich eine Rücklastschrift nach Ende der Rückgabefrist durch.
  • Ein Kunde täuscht Tatsachen vor, um einen Vendor zu einer (Teil-)Rückgabe zu überzeugen.
  • Ein Kunde gibt sich als Affiliate aus um weniger zahlen zu müssen.

Wie schützt mich Digistore24 vor Betrug?

Betrugserkennungssoftware

Unsere Betrugserkennungssoftware arbeitet im Hintergrund und überprüft alle Käufe anhand einiger von uns bestimmter Parameter. Die Software ist vor allem auf groß angelegte Betrugsversuche ausgelegt.

Die Software arbeitet auf Grundlage aggregierter Daten, die wir seit 2012 erheben. Anhand dieser Vielzahl an Informationen ist unsere Betrugserkennungssoftware bereits sehr weit fortgeschritten.

Bonitätsprüfung

Digistore24 arbeitet mit Creditpass zusammen, um Dich vor möglichen Zahlungsausfällen zu schützen. Dieser Schutz ist bereits in der Digistore24-Marge inbegriffen.

Bevor eine Zahlung durchgeführt wird, wird in einer zentralen Datenbank geprüft, ob der Kunde bei seinen Banktransaktionen bereits negativ aufgefallen ist.
Diese Datenbank ist unter anderem mit der Schufa und diversen Geldinstituten verknüpft: Ist der Kunde bei jenen aufgefallen, so wird die Zahlung abgelehnt, um Dich vor möglichen Rücklastschriftgebühren zu schützen.

Damit der Zugriff auf das Produkt bei einer fehlgeschlagenen Zahlung verhindert wird, hat Digistore24 eine API-Schnittstelle, über die das System mit der Mitglieder-Software kommunizieren kann.
Diese Schnittstelle kannst Du hier erreichen: https://www.digistore24.com/extern/test/ipn.

Schwarze Liste

Digistore24 hat eine Schwarze Liste, auf der wir Personen und deren Daten vermerken, die bei uns nicht mehr als Kunden erwünscht sind. Diese Personen werden von weiteren Käufen bei Digistore24 ausgeschlossen.

Damit ein Kunde für alle Käufe über Digistore24 gesperrt ist, muss ein Digistore24-Mitarbeiter das bestätigen oder durch unsere Betrugserkennungssoftware erkannt werden. Ansonsten kannst Du aber auch jederzeit ohne Begründung Kunden am Kauf Deiner Produkte hindern, indem Du eine E-Mail-Adresse sperrst.

Wie kann ich Betrug melden?

Zuerst solltest Du sichergehen, dass auch tatsächlich ein Betrugsversuch vorliegt. Im häufigsten Fall liegt nur ein Missverständnis oder ein Fehler seitens des Kunden vor. So stellen sich zum Beispiel durchschnittlich ~90% der Rücklastschriften bei erstklassigen Produkten als keine Betrugsfälle heraus und werden dementsprechend später auch zurückgezogen.

Bist Du der Ansicht, dass Dein Kunde oder Affiliate mit betrügerischem Vorsatz gehandelt hat, kannst Du den Betrug melden. Das führt dazu zu, dass...

  • ...der Kunde keine weiteren Produkte bei Dir kaufen kann.
  • ...der Kunde nach einer Genehmigung seitens Digistore24 für alle Produkte, die über Digistore24 verkauft werden, gesperrt ist.
  • ...Digistore24 bei einem zweifelsfreien Betrugsversuch rechtliche Schritte gegen den Kunden erwägt.

Um eine Transaktion als Betrug zu melden, gehe wie folgt vor:

  1. Gehe in der Vendoransicht zu Konto > Transaktionen.
  2. Klicke neben der verdächtigen Transaktion auf das Flaggensymbol "Betrug melden".
  3. Gib eine Begründung an, warum Du die Transaktion als verdächtig empfindest.
  4. Wähle, ob Du nur den Kunden oder auch den Affiliate des Betrugs bezichtigst.
  5. Die E-Mail-Adresse wurde nun zu Deiner Schwarzen Liste hinzugefügt, der Kunde für Deine Produkte gesperrt und die Begründung an Digistore24 zur weiteren Prüfung versandt.

E-Mail-Adressen manuell zur Schwarzen Liste hinzufügen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie kann ich bei ausstehender Zahlung/Rücklastschriften weiter vorgehen?

Wie bereits erwähnt, liegt in den häufigsten Fällen ein Missverständnis oder ein Fehler seitens des Kunden vor und kein tatsächlicher Betrugsversuch.
Solltest Du zum Beispiel eine Rücklastschrift erhalten haben, ist in den meisten Fällen eine fehlerhafte Kontoverbindung oder eine zu geringe Deckung des Kundenkontos der Grund.

Dennoch: Gerade Rücklastschriften sind besonders ärgerlich, da sie Kosten für Dich verursachen. Wenn ein Endkunde nämlich eine Rücklastschrift durchführt (egal ob absichtlich oder nicht), wird eine Gebühr fällig, die die Empfängerbank bezahlen muss - und somit leider zumeist auf Dich zurückfällt (mehr Informationen dazu erfährst Du hier).

Angesichts der Tatsache, dass sich die meisten Fälle schnell klären lassen und keine vorsätzliche Täuschung besteht, ist es immer empfehlenswert, zunächst den Dialog mit dem Kunden zu suchen.

Sollte das nicht funktionieren, hast du folgende Möglichkeiten:

Automatisches Mahnverfahren

Hast Du das automatische Mahnverfahren aktiviert, verschickt Digistore24 automatisch Mahn-E-Mails, um den Kunden über die fehlgeschlagene Abbuchung zu informieren.

Die Mahn-E-Mails werden 7, 14 und 21 Tage nach dem Fälligkeitsdatum ausgesandt.

Achtung: Die Lastschriftgebühren werden im Mahnverfahren nicht in Rechnung gestellt. Jene müssen extern eingefordert werden.

Betrug bei Digistore24 melden

Wie bereits öfters erwähnt, solltest Du im Falle eines möglichen Betrugs den verdächtigen Kunden (und ggf. Affiliate) sperren. Wie das geht, erfährst Du hier.



Solltest Du nun rechtliche Schritte einleiten wollen, hast Du folgende Möglichkeiten:

Die anfallenden Kosten können - sollte Dein Fall erfolgreich sein - in den meisten Fällen vom Kunden zurückverlangt werden.

Fall an ein Inkasso- oder Factoring-Unternehmen übergeben

Sowohl Inkasso- als auch Factoring-Unternehmen sind auf den kommerziellen Einzug von Forderungen spezialisiert - sie unterscheiden sich nur durch die Vorgehensweise: Inkasso-Unternehmen bieten in der Regel den Weg des Treuhandinkassos an (sowie weitere Dienstleistungen), während sich Factoring-Unternehmen auf den Forderungskauf, das sogenannte "Factoring", spezialisiert haben.

Treuhandinkasso


= Das Unternehmen mahnt den Schuldner erneut und leitet gegebenenfalls ein gerichtliches Mahnverfahren ein.

Factoring/Forderungskauf


= Du gibst Deine Forderung an das jeweilige Unternehmen ab und wirst dafür sofort ausgezahlt**. Du hast kein weiteres Mitspracherecht.

Mitgestaltung des Mahnvorgangs

Geld zurück von Kunden bei Erfolg*

Direkt Geld zurück vom Unternehmen**

Du bleibst wirtschaftlicher Eigentümer der Forderung

*Manche Inkasso-/Factoring-Unternehmen fordern eine Erfolgsprovision bei erfolgreichem Abschluss des Mahnwegs, die von Deinem Gewinn abgezogen wird.
**Du erhältst zwar sofort das Geld zurück und trägst kein weiteres Risiko, jedoch musst Du einen Teil des Betrags als Kostenpauschale an das Unternehmen abgeben. Zumeist beträgt diese Pauschale zwischen 10 bis 15 Prozent.

Die meisten Inkasso-/Factoring-Unternehmen haben sich in Verbänden organisiert. Solltest Du nach einem Inkasso- oder Factoring-Unternehmen in Deutschland suchen, überprüfe die Liste des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmer e.V. (Inkasso) oder des Deutschen Factoring Verbands e.V. (Factoring).

Fall an einen Anwalt bzw. spezialisierte Kanzleien übergeben

Im Gegensatz zu Inkasso-/Factoring-Unternehmen hast Du mit Anwälten oder einer Kanzlei die Möglichkeit Deine Forderung per Klage durchzusetzen, da sie gerichtlich tätig werden dürfen - Inkasso-/Factoring-Unternehmen haben einzig die Möglichkeit ein gerichtliches Mahnverfahren durchzusetzen.
Außerdem haben Anwälte einen besseren Ruf als Inkasso-/Factoring-Unternehmen: Dadurch, dass sie professioneller und individueller auftreten, werden sie allgemein eher respektiert als Unternehmen, die zumeist etliche Forderungen pro Tag ausstellen, ohne sich dabei auf den spezifischen Fall konzentrieren zu können.

Die Kosten für den beauftragten Rechtsanwalt/die beauftragte Kanzlei dürfen an den Kunden weitergegeben werden.

Gerichtliches Mahnverfahren einleiten

Mit dem gerichtlichen Mahnverfahren werden weitere Mahnungen an den Kunden versandt. Führt dies auch nicht zum Erfolg und der Kunde zahlt nicht, wird ein Antrag auf einen Vollstreckungsbescheid eingebracht, der in der Regel nach wenigen Wochen akzeptiert wird und in einer Vollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher resultiert.

Der Kunde hat sowohl nach dem ersten Mahnbescheid sowie nach der Benachrichtigung über den Antrag auf den Vollstreckungsbescheid 14 Tage Zeit um Widerspruch einzulegen. Sollte dies der Fall sein, wird der Fall in einem normalen Gerichtsverfahren in Form der Erhebung einer Zahlungsklage fortgeführt.

Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens

Kann vom Kunden bei Erfolg zurückverlangt werden

Bis zu 1000€

Fixbetrag: 32 €

über 1000€

Muss errechnet werden

Weitere Kosten können zum Beispiel durch einen Rechtsanwalt oder die Beantragung eines streitigen Verfahrens nach Erhebung des Widerspruchs durch den Gegner entstehen. Diese Kosten muss Dein Kunde bei Erfolg des Verfahrens jedoch tragen.

Ein gerichtliches Mahnverfahren in Deutschland kann hier beantragt werden.

Reguläres Gerichtsverfahren einleiten

Du hast auch die Möglichkeit, ein normales Gerichtsverfahren per Klage einzuleiten. Die Kosten für einen Anwalt kannst Du von Deinem Kunden zurückverlangen, sollte das Verfahren in Deinem Interesse ausgehen. Beachte jedoch, dass nur bei Landgerichten Anwaltszwang herrscht: Bei Amtsgerichten kannst Du auch ohne Rechtsanwalt eine Klage einbringen. Da der Klageweg jedoch sehr komplex ist und gerade für unerfahrene Kläger möglicherweise nicht fehlerfrei beschritten werden kann, ist rechtlicher Beistand schwer empfehlenswert.

Solltest Du einen Anwalt als Unterstützung suchen, findest Du hier eine Liste.

Solltest Du das Gerichtsverfahren selbst bestreiten wollen (nur bei einem Amtsgericht möglich!), musst Du eine Klageschrift einreichen.

Achtung!

Bei den aufgezählten Optionen des Vorgehens bei ausstehenden Zahlungen und Rücklastschriften handelt es sich nicht um Rechtsberatung, sondern um Empfehlungen zur ersten Orientierung, die unter Umständen nicht die aktuelle Rechtslage widerspiegeln.

Aktualisiert am 4. Juni 2019

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