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Hinweise zur neuen Umsatzsteuerregelung vom 01.01.2015

Seit dem 01.01.2015 gilt in Europa ein neues Umsatzsteuergesetz. Wesentlich ist hierbei, dass nicht mehr die Umsatzsteuer des Verkäuferlandes, sondern die des Käuferlandes, also des „Ortes der Leistung“ gilt. Dies hat zur Folge, dass Ihre Kunden, die aus der ganzen Welt und insbesondere aus dem EU-Raum kommen, die jeweilige Mehrwertsteuer des Käuferlandes zahlen müssen. Die eingenommene Mehrwertsteuer muss dann an das Finanzamt des entsprechenden Landes abgeführt werden.

Unterscheidung Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer:

Lassen Sie sich nicht von den beiden synonym verwendeten Begriffen „Umsatzsteuer“ und „Mehrwertsteuer“ verwirren – sie meinen in Deutschland prinzipiell dasselbe. Im deutschen Steuerrecht ist „Umsatzsteuer“ die korrekte Bezeichnung, da diese auf das „Umsatzsteuergesetz (UStG)“ zurückgeht. In Verbindung mit Verkäufen an Privatkunden ist jedoch eher „Mehrwertsteuer“ verbreitet; und auch aus europäischer Sicht ist dieser Begriff richtig, da die „Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL)“ der EU die rechtliche Basis des deutschen Umsatzsteuergesetzes darstellt.

1. Was die neue Umsatzsteuerregelung für Sie als Vendor bedeutet

Sie als Vendor bei Digistore24 müssen erstmal nichts weiter tun. Wir raten jedoch, die Länderabhängigkeit des Mehrwertsteuersatzes mit einem „*“ auf Ihrer Verkaufsseite zu erwähnen. Digistore24 übernimmt für Sie wie gewohnt die komplette Abwicklung und Abrechnung mit den Finanzämtern der jeweiligen Länder. Der Bestellprozess bleibt der gleiche.

Bei Privatkunden wird Ihre Verkaufsprovision länderabhängig, also je nach Steuersatz, leicht schwanken (z. B. deutscher Kunde: 19 %, österreichischer Kunde: 20 %).

Bei Unternehmerkunden ist Ihre Verkaufsprovision gleichbleibend; jedoch schwankt der Endpreis in Abhängigkeit des Käuferlandes.

2. Wichtige Änderungen der Produktpreise für Kunden aus der Schweiz

Auf der am 01.01.2015 verabschiedeten EU-Richtlinie basiert auch eine Änderung der Schweizer Mehrwertsteuergesetzgebung. Diese Änderung betrifft Privat- und Unternehmerkunden aus der Schweiz, die über Digistore24 digitale Produkte und elektronisch erbrachte Ferndienstleistungen kaufen.

So wird bei Digistore24 seit dem 01.11.2016 für Kunden aus der Schweiz eine Mehrwertsteuer berechnet.

Neuerung vom 01. Januar 2018

Ab dem 01. Januar 2018 werden 7,7% Mehrwertsteuer berechnet. Weitere Infos dazu finden Sie hier


Diese 7,7 % Mehrwertsteuer müssen wir als Reseller Ihrer Produkte an die Schweizer Behörden abführen.

 

Keine Auswirkungen auf aus der Schweiz gekaufte Events und Seminare

a) Bei Bildungs-Events und Bildungs-Seminaren, die in der Schweiz stattfinden, wird bei Privat- und Unternehmerkunden keine Mehrwertsteuer erhoben. Alle weiteren, regulären Seminare (Freizeit) werden weiterhin regulär mit 7,7 % besteuert.

b) Falls Ihre Schweizer Endkunden über Digistore24 Tickets für innerhalb der EU stattfindende Seminare kaufen, fällt weiterhin die Mehrwertsteuer des jeweiligen Seminarlandes an. Ein Schweizer Kunde, der ein Seminar in Deutschland besuchen möchte, zahlt wie gehabt die deutsche Mehrwertsteuer in Höhe von 19 %.

Auf welcher Basis werden diese 7,7 % erhoben?

Der über Grenzen verlaufende Warenverkehr, hier zwischen der EU und der Schweiz, muss in Bezug auf die Mehrwertsteuer immer aus zwei Perspektiven betrachtet werden – aus der Perspektive der Schweiz und aus der europäischen Perspektive:

  • Die EU-Perspektive basiert vor allem auf der Richtlinie 2006/112/EG (sog. Mehrwertsteuersystemrichtlinie) sowie auf den Gesetzen der jeweiligen Nationen.
  • Die Perspektive der Schweiz bezieht sich hingegen auf das Mehrwertsteuergesetz (MWSTG) und die Mehrwertsteuerverordnung.
Nähere Informationen zu den von der EU verabschiedeten Richtlinien

Ab dem 01.01.2015 ist in der EU eine wichtige Neuerung in Bezug auf die europäische Mehrwertsteuer in Kraft getreten, die auch auf Schweizer Unternehmen Einfluss haben kann. Hintergrund dieser Änderungen sind verschiedene, zuvor verabschiedete EU-Richtlinien (u. a. das sogenannte Mehrwertsteuer-Paket 2010 – Richtlinie 2008/8/EG vom 12.02.2008 – oder die Durchführungsverordnung der EU unter Nr. 1042/2013 vom 07.10.2013). Das Ziel der EU war, eine „gerechte und transparente steuerliche Behandlung des elektronischen Handels“ zu verwirklichen, um u. a. Nachteile im Wettbewerb für EU-Unternehmen zu beseitigen.

Betroffen sind im Online-Handel vor allem Dienstleistungen und Inhalte, die im Internet zugänglich gemacht bzw. zum Herunterladen angeboten werden. Konkret sind das: E-Books, Software (für PC oder Smartphone), audiovisuelle Medien, Dienstleistungen im Internet, Webhosting, Online-Werbung und Computerspiele.

Nähere Informationen zum Schweizer Mehrwertsteuergesetz (MWSTG)

Bei digitalen Produkten lässt sich die Höhe des Steuersatzes aus Art. 25 Abs. 1 MWSTG entnehmen, da digitale Produkte nicht unter die Ausnahmen des reduzierten Steuersatzes von 2,5 Prozent fallen. Siehe hierzu Absatz 2 der Schweizer Quelle.

Nachweise/Weitere Informationen

Hier finden Sie die offizielle Seite zur Umstellung mit weiteren Erklärungen und Leitfäden.
Hier finden Sie Vorgaben und Hinweise der Schweizer Behörden.

Stand: 14. Juli 2017

Aktualisiert am 27. Februar 2018

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